Senioren, die zu viele Medikamente schlucken, leben gefährlich…

Zehn oder mehr Arzneimittel täglich sind für viele Senioren nichts besonderes“, erklärt Ulrich Thiem, Altersmediziner am Klinikum der Universität Bochum.
So mancher Senior landet nicht trotz, sondern wegen all der eingenommenen Arzneimittel im Krankenhaus. Denn bei einem Mix verschiedener Wirkstoffe können sich gegenseitig aufheben oder riskante Nebenwirkungen hervorrufen“.

Guten Gewissens darf ein Arzt eigentlich nicht mehr als fünf Medikamente gleichzeitig verschreiben. Allerdings steht der Behandelnde bei Patienten, die an mehreren chronischen Krankheiten gleichzeitig leiden, zudem oft vor einem echten Dilemma.
So können etwa Schmerzmittel, die gegen Arthrose verordnet werden, die Nierenfunktion verschlechtern. Das wiederum steigert den Blutdruck, der womöglich ohnehin schon erhöht war und nun noch stärker gesenkt werden sollte. Unter Umständen mit Medikamenten, die bereits vorhandene depressive Verstimmungen verschlimmern.
Die dann mit einem weiteren Medikament behandelt werden – und so fort.
Ein Teufelskreis, der für immer mehr Experten Anlass zur Sorge ist.

Dr. Dee Mangin, die an der Medizin-Fakultät der Universität Christchurch in Neuseeland über medizinische Grundversorgung forscht sagt:
Allem Anschein nach geht eine der größten Bedrohungen der Gesundheit älterer Menschen von den Medikamenten aus, die  Ärzte ihnen verordnen. Das Risikopotential, das im Konsum von vielen verschiedenen Mitteln zugleich liegt, wird kaum wahrgenommen.”
Mangin hat erforscht, was passiert, wenn Senioren statt immer mehr Medikamenten weniger einehmen. Das Ergebnis: Oft bessert sich der Gesundheitszustand.

Nicht nur Wechsel- und Nebenwirkungen von Medikamentencocktails sind schwer einzuschätzen, in vielen Fällen ist es sogar unklar, inwiefern alte Menschen von einzelnen Arneien überhaupt profitieren.
Die große Mehrheit der Mittel, die Senioren bekommen – beispielsweise gegen Osteoporose, Schmerzen, Entzündungen oder auch Cholesterinsenkern -, werden so gut wie nie gezielt an Menschen über 80 erprobt“, erklärt Clemens Grupp vom Zentrum für Altersmedizin Bamberg.
Es geht also vor allem ums Wohlbefinden. Oft kann schon eine einfache Maßnahme große Wirkung zeigen. So beugt zum Beispiel Vitamin D dem Verlust an Knochenmasse vor und senkt so das Risiko von Knochenbrüchen. Vitamin B 12 fördert das geistige Leistungsvermögen und mindert das Schlaganfall-Risiko

Am besten ist es zudem, den Bedarf mit abwechslungsreicher Kost zu decken. Unter Umständen genügt das aber nicht. Dann muss ausreichende Nährstoffzufuhr individuell durch Nahrungsergänzungsmittel erfolgen, so Expertin Gahl.
Sie nennt ein Beispiel:
Das fettlösliche Vitamin D bildet der Mensch nur mithilfe von Sonnenbestrahlung. Bei gebrechlichen Senioren kann es durchaus passieren, dass sie einfach nicht mehr oft genug draußen sind.”
In mancher Hinsicht ist weniger mehr – aber eben nicht in jeder. (weitere Informationen)

Forscher der Universität Witten-Herdecke haben eine Liste von 131 häufig verordneten Wirkstoffen zusammengestellt und wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu gesammelt.
Auf dieser Grundlage nennen sie
83 Medikamente, auf die Ältere möglichst verzichten sollten!
HIER können Sie die Liste ansehen und downloaden!

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